Was ist ein Zen-Garten?

Frank August 26 at 23:38
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Um diese Frage schlüssig und sinnvoll zu beantworten, müssen wir zunächst die Terminologie klären.

Das charakteristische Merkmal der Zen-Schule des Buddhismus ist die Verwendung von Meditation, um Satori zu erreichen. Aus diesem Grund legen Zen-Tempel besonderen Wert auf Gärten, die der Konzentration und Meditation dienen.

Die Idee, Gärten als Mittel zur Entspannung und damit zur Meditation im Allgemeinen zu nutzen, wird Musō Soseki (1275–1351) zugeschrieben.

Die Zen-Ästhetik wird von sieben Merkmalen dominiert, die ich an anderer Stelle beschrieben habe.

Das wichtigste ist die Abwesenheit von Symmetrie. Das zweite ist das Streben nach Natürlichkeit. Der sogenannte Zen-Garten ist der Karesansui, ein Garten, in dem Steine Inseln symbolisieren und geharkter Kies Wasser symbolisiert. Die Position der Steine ist nicht zufällig, sondern erfordert im Gegenteil große Sorgfalt. Der Garten des Ryōanji-Tempels in Kyoto ist beispielsweise so angelegt, dass keiner der Steine von irgendeiner Position aus sichtbar ist. Mindestens einer ist unsichtbar. Damit soll offenbar gezeigt werden, dass die Realität nicht mit den Sinnen erfasst werden kann. Es sollte jedoch bedacht werden, dass diese Art von Garten nur eine von mehreren Arten von Zen-Gärten ist und dass Zen-Gärten auch in Tempeln anderer Schulen zu finden sind.

Dies ist ein Garten im Kenchōji-Zen-Tempel. Es handelt sich zweifellos um einen Zen-Garten, da er nach den von mir erwähnten ästhetischen Zen-Standards angelegt wurde, aber es ist kein Karesansui.

Und dieser hier?


Dies ist zweifellos ein Karesansui. Der Tempel, zu dem er gehört, ist kein Zen-Tempel, sondern ein Jōdo-Tempel. Das spielt keine Rolle, denn er ist dennoch Zen, gerade weil er nach den ästhetischen Standards des Zen angelegt wurde.

Die Zen-Schule wurde schon immer vom Staat gefördert und ist sogar Teil des Staates. Infolgedessen waren ihre intellektuellen Schöpfungen äußerst erfolgreich und ihre Ästhetik wurde zur japanischen Ästhetik par excellence.

Die Situation kann daher auf zwei Arten betrachtet werden.

Einerseits hat das Label „Zen” in der Architektur jede Bedeutung verloren. Seine Merkmale finden sich praktisch überall. Diese Art von glockenförmigen Fenstern beispielsweise wird von allen häufig verwendet und hat ihren Ursprung im Zen.


Andererseits ist es jedoch unbestreitbar, dass die Zen-Schule die japanische Kultur und ihre Ausdrucksweise neu definiert hat. Wir dürfen nicht vergessen, welche Rolle sie in der japanischen Geschichte gespielt hat.

Fazit: Ein Zen-Garten ist ein Garten, der nach den ästhetischen Standards des Zen angelegt wurde. Um herauszufinden, welche das sind, folgen Sie dem obigen Link.


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